Modell KR 120

Querschneidkopffräsen
Serie KR

TECHNISCHE DATEN

Empfohlenes Baggergewicht25 – 45 t
Nennleistung120 kW
Länge der Fräse (A)1.470 mm
Breite des Schneidkopfes (B)1.040 mm
Durchmesser des Schneidkopfes (C)718 mm
Max. Drehmoment bei max. Betriebsdruck25.400 Nm
Max. Schneidkraft bei max. Betriebsdruck70.752 N
Empfohlene Drehzahl75 U/min
Empfohlene Ölmenge250 – 320 l/min
Max. Ölmenge350 l/min
Max. hydraulischer Betriebsdruck400 bar
Gewicht2.000 kg
Meißelanzahl56 Stk.
Standardmeißel 1)17/75/70/30 Q
  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Beton abtragen

    Kobelco SK 260; Beton

  • KR 120 - Beton abtragen

    Kobelco SK 260; Beton

  • KR 120 - Beton abtragen

    Kobelco SK 260; Beton

  • KR 120 - Bunkerabbruch

    Volvo EC 380; Stahlbeton

  • KR 120 - Beton abtragen

    Kobelco SK 260; Beton

KEMROC-Fräse KR 120 am Großen Wettiner Wehr
SCHNEIDIGER EINSATZ FÜR WASSERKRAFT
Sanfter Materialabtrag in historischer ausubstanz

Eine Wehranlage in Wettin an der Saale (Sachsen-Anhalt) muss modernisiert werden, damit das angeschlossene Wasserkraftwerk weiterhin Ökostrom erzeugen kann. Bei der Gründung neuer Betonelemente ging der Spezialbetrieb von Mathias Walter mit einer neuartigen Methode zu Werk. Anstatt bestehende Bausubstanz per Bagger und Hydraulikhammer abzutragen, verwendete er eine Querschneidkopffräse KEMROC KR 120 am 26-t-Trägergerät. Die Arbeiten im Frühjahr 2020 verliefen so erfolgreich, dass Walter diese Kombination auch für den zweiten Bauabschnitt vorbestellt hat.

Elektrischen Strom aus Wasserkraft erzeugen – dafür kooperieren deutschlandweit zahlreiche, oftmals private Betreiber von Wasserkraftanlagen mit örtlichen Energiedienstleistern. Das Geschäft klingt einleuchtend: Die Betreiber erhalten eine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung für Naturstrom und verpflichten sich im Gegenzug, die Kraftwerks- und Wehranlagen technisch in Schuss zu halten. Auch beim Wasserkraftwerk Pögritzmühle in Wettin-Löbejün an der Saale (Sachsen-Anhalt) hat das bereits eine lange Tradition.

Das Hochwasser 2013 hatte die bestehende, historische Wehranlage zum Aufstauen des Saalewassers beschädigt. Eine umfangreiche Reparatur wurde notwendig: Das Holzwehr soll im Laufe des Jahres 2020 durch stählerne hydraulische Wehrklappen ertüchtigt werden. Zu ihrer Befestigung müssen eine Bodenplatte sowie zehn Wehrpfeiler aus Beton errichtet werden. Um eine ebene Fläche zur Gründung dieser Konstruktionen zu schaffen, musste in den bestehenden Wehrkörper eingegriffen werden. Aus dem sogenannten Schussboden unterhalb der Wehranlage musste ein keilförmiges Stück von insgesamt 120 m Breite und 0 – 40 cm Höhe entfernt werden.

Den Auftrag für dieses Bauprojekt in Wettin-Löbejün sicherte sich das Baugeschäft Mathias Walter aus Chemnitz. Zu dessen Kompetenzen gehören insbesondere der Neubau und die Instandsetzung von Wasserkraftanlagen. Für das Abtragen des Materials aus dem Schussboden überlegte man sich, ob es eine brauchbare Alternative zum üblichen Schneiden und Stemmen gäbe, denn ein Hammereinsatz könnte die historische Bausubstanz beschädigen. Schon bei einer früheren Gelegenheit hatte sich der Bagger-Maschinist Wolfgang Felber über den Einsatz von Bagger-Anbaufräsen informiert. Und so nahm man Kontakt mit dem Hersteller KEMROC auf, schilderte dem Anwendungsberater Enrico Trender das Vorhaben und bekam von ihm auch umgehend die Bestätigung: „Ja, das klappt.“ Der KEMROC Spezialist ließ auch eine geeignete Kombination aus einem 26-t-Bagger und der KEMROCQuerschneidkopffräse KR 120 vom kooperierenden Baumaschinenhändler TBH auf die Baustelle in Wettin-Löbejün bringen.

Im Einsatz zeigte sich das Bagger-Fräse-Gespann nach Aussage des Bauunternehmers leistungsfähig, präzise und schonend für den Baukörper: „In einer Phase mussten wir Spundwände, Pumpensumpf und Wandanschlüsse freilegen – hier ging Genauigkeit vor Tempo. In der anderen Phase war jedoch das großvolumige Abtragen des Materials aus dem 60 m langen, ersten Abschnitt des Schussbodens angesagt. Hier erreichten wir mit der Anbaufräse einen sehr raschen Baufortschritt. Das Highlight in beiden Fällen war für mich, nahezu erschütterungsfrei zu arbeiten. Das Fräsen erzeugte in dem vorhandenen, sensiblen Gemenge aus Bruchstein und Beton lange nicht solche Schläge und schädlichen Frequenzen wie ein Hydraulikhammer.“ Auch mit der Abtragsleistung war der Bauprofi überaus zufrieden: „Unser KEMROC-Berater hat uns genau die richtige Kombination aus Geräteträger und Anbaufräse empfohlen. Der Bagger besaß genügend Literleistung und Standfestigkeit für dieses Projekt und die Fräse brachte – beim überaus schonenden Einsatz – auch die erwünschte Abtragsleistung.“ Im zweiten Bauabschnitt will Mathias Walter, ein Spezialunternehmer und Selfmademan, diese Gerätekombination auf jeden Fall wieder einsetzen. Er hat sie bereits beim Hersteller KEMROC vormerken lassen. Weiteres Potenzial für diese neuartige Vorgehensweise sieht er bei zahlreichen anstehenden Umbauten von Wasserkraftwerken. Andere Kraftwerksbetreiber haben sich gemäß seiner Aussage ebenfalls schon dafür interessiert.